Technische Antworten zur ClimaCORR® Fr Truhe

Kombination Gasdruckfedern und Pneumatik

Antwort zu :

Warum haben wir diese aufwändige Deckelkonstruktion gewählt?

Nicht nur aus physikalischen, sondern ebenso aus Gründen der Wirtschaftlichkeit erhebt sich die Forderung, die Leistung der Kälteeinheit so weit wie möglich zu nutzen. Das bedingt selbstverständlich, den Prüfraum einer Klimatruhe mit Frostphasen und alle anderen relevanten Bereiche bestmöglich zu isolieren und Kältebrücken zu vermeiden.

Ziel der Entwicklung dieser Hochleistungstruhe war, nicht nur die - 15 °C in kürzester Zeit zu erreichen, sondern auch die - 40°C.  Diese Leistung zu erreichen, bedurfte schon erheblicher Anstrengungen, die jenseits der -15°C exponentiell zunehmen.

In diesem Zusammenhang hat die Dichtung des Deckels eine besondere Bedeutung.

Im Gegensatz zu einem an Scharnieren befestigten schwenkbaren Deckel tropft bei dem senkrecht fahrbarem Deckel der ClimaCORR® Truhe keine Flüssigkeit auf die Dichtung, sondern zurück in den Prüfraum. Außerdem würde bei einer Scharnieröffnung der hintere Bereich der Dichtung auf Dauer beschädigt.

Warum wird der Deckel mit Gasdruckfedern und Druckluft pneumatisch bewegt?

Die denkbare Alternative eines elektrischen Antriebs birgt die Gefahr, dass der in diesem Moment geöffnete Deckel bei Stromausfall herunterfallen würde. Die Auf- bzw. Abwärts-bewegung erfolgt mit Druckluft pneumatisch, wobei der Deckel in den Lineareinheiten geführt wird. Auch die Druckluft kann ausfallen.

Daher die Gasdruckfedern, die den Deckel halten. Der pneumatische Antrieb bietet bei Druckluftausfall im Gegensatz zum elektrischen Antrieb die Möglichkeit, den Deckel mit einer Fußluftpume zu öffnen, um z.B. an die Proben zu gelangen. Deshalb sind auch die Anschlussschläuche an den Lineareinheiten auf der Rückseite frei zugänglich.

Diese Kombination von Gasdruckfedern und pneumatischem Antrieb dient auch einem weiteren Zweck des Personenschutzes: Selbst wenn man die Hand auf dem Prüfraumrand liegen ließe, würde der herunter fahrende schließende Deckel keine Verletzungen zur Folge haben. Erst wenn der Deckel auf dem Rand aufliegt, wird er pneumatisch auf die Dichtung gepreßt.

 

CWC-System für die geregelte Kondensation bedingt doppelschaligen Deckel

Der Kondenswassertest gemäß der DIN EN ISO 6270-2 CH erfordert eine mit den dort beschriebenen einschaligen Standardgeräten vergleichbare Kondensation des Wasserdampfes im Prüfraum. Hierzu bedarf es bekanntlich eines Temperaturgradienten, bzw. einer Abkühlung des oberen Prüfraums, damit es zur Kondensation kommt. Bei den Standardgeräten wird die Wärme über Wände, Tür und Dach abgegeben. Deshalb hängen die so erzielten Wärmeverluste stark von den räumlichen Bedingungen ab, z.B. Zugluft oder Sonne.

Wie sollen Wärmeverluste, wie soll ein die Kondensation auslösender Wärmeverlust in einem bestens isolierten Prüfraum entstehen?

Deshalb haben wir den Deckel der ClimaCORR® Truhe ähnlich den Prüfschränken doppelschalig konstruiert, wobei die der Raumluft zugewandte Seite so gestaltet ist, dass kein Luftaustausch stattfindet, solange die im rückwärtigen Teil befindlichen Ventilatoren nicht in Betrieb sind.